Zum Inhalt springen
Vagusnerv-Praxis Roberta Nozzolillo

Das Prinzip

Nervensystem-Regulation: was damit gemeint ist

Ein Nervensystem ist reguliert, wenn es zwischen Anspannung und Ruhe wechseln kann, passend zu dem, was gerade los ist. Es ist dann nicht dauerhaft ruhig, sondern beweglich. Der Alarm darf hochfahren, wenn ein Auto hupt, und er soll danach von selbst wieder herunterkommen. Regulation meint diese Beweglichkeit, nicht einen bestimmten Zustand. Und weil es eine Fähigkeit ist, lässt sie sich üben, ähnlich wie Beweglichkeit in einem Gelenk.

Der Denkfehler

Das Nervensystem hat zwei Regler und keinen Schalter

Wie das vegetative Nervensystem gebaut ist, welche Fasern wohin laufen und was der Vagusnerv darin steuert, steht ausführlich auf der Seite zum Vagusnerv. Hier geht es nur um die Folge daraus.

Das vegetative Nervensystem hat zwei Anteile. Der eine stellt auf Leistung, der andere auf Erholung, und beide wirken gleichzeitig auf dieselben Organe. Viele stellen sich das wie einen Schalter vor, bei dem entweder Stress oder Ruhe an ist. So ist es aber nicht gebaut. Die beiden sind Regler, die zu jedem Zeitpunkt irgendwo stehen, und was sich verändert, ist die Mischung.

Daraus folgt etwas Praktisches. Wenn Sie den Stressanteil nicht abschalten können, hat es wenig Sinn, es zu versuchen. Was geht, ist die andere Seite zu üben, damit sie nach einer Anspannung wieder greift. Das ist gemeint, wenn von Regulation die Rede ist.

Der Vagusnerv kommt dabei vor, weil rund 75 Prozent aller Fasern des Erholungsanteils über ihn laufen. Er ist der Grund, warum Atmung, Hals und Ohr in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen und nicht etwa der Rücken.

Warum es oben bleibt

Ein Alarm, der nicht abgestellt wird

Die Alarmreaktion ist für Minuten gebaut, nicht für Monate. Etwas passiert, der Körper stellt um, und wenn die Sache vorbei ist, stellt er zurück. Für dieses Zurückstellen braucht er ein Signal, dass es vorbei ist.

Im modernen Alltag kommt dieses Signal oft nicht. Die Mail bleibt unbeantwortet, das Gespräch ist vertagt, die Rechnung liegt noch da. Ihr Körper prüft nicht nach, ob die Sache gefährlich ist. Von innen betrachtet sehen ein ungelöster Konflikt und ein Tier im Gebüsch ähnlicher aus, als es einem lieb ist. Bleibt die Liste dieser offenen Punkte über Monate voll, bleibt auch die Einstellung stehen. Der Körper hält den Zustand für den Normalfall, und die Rückkehr in die Ruhe wird zu der Bewegung, die er am wenigsten übt.

Ob das bei Ihnen so ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, und eine Website kann es erst recht nicht. Es gibt dafür keinen Selbsttest, den ich Ihnen hier hinstellen würde. Was es gibt, ist ein kostenloses Gespräch von 15 Minuten, in dem Sie erzählen und ich zuhöre.

Der Weg

Regulation lernen Sie über Wochen und nicht in einem Termin

Nach einer Sitzung ist niemand reguliert. Das ist keine Bescheidenheit, sondern die Beschreibung dessen, was in 60 Minuten passieren kann: Sie lernen ein paar Übungen kennen und merken, wie sich Ihr Körper anfühlt, wenn jemand ruhig mit ihm umgeht. Alles Weitere passiert an den Tagen dazwischen.

Der Kern ist fast immer die Atmung, genauer die Ausatmung. Sie atmen vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus, ein paar Minuten lang. Dieses Verhältnis hat einen Grund: beim Einatmen steigt die Herzfrequenz leicht, beim Ausatmen sinkt sie wieder. Von allem, was im Umlauf ist, ist dieser Zusammenhang der am besten untersuchte.

Wichtiger als die Länge ist die Wiederholung. Zwei Minuten an fünf Tagen bringen Sie weiter als zwanzig Minuten am Sonntag, die dann doch ausfallen, weil der Sonntag anders kam. Deshalb suche ich mit meinen Klientinnen und Klienten Übungen, die in ihren echten Tag passen, und nicht die eindrucksvollsten.

Übungen im Ratgeber ansehen

Grenzen

Was Regulation nicht ist

Zum Thema steht viel Halbseriöses im Netz, oft mit einem Versprechen am Ende. Deshalb sage ich vier Dinge lieber vorher als hinterher.

Kein Dauerzustand von Ruhe

Wer den ganzen Tag im Ruhemodus wäre, käme morgens nicht aus dem Bett. Anspannung gehört dazu, sie soll nur wieder aufhören dürfen.

Kein Ersatz für ärztliche Abklärung

Körperliche Beschwerden gehören zuerst angeschaut. Wenn Sie Symptome haben, mit denen noch niemand befasst war, ist die Arztpraxis der erste Weg und nicht meiner.

Keine Frage von Disziplin

Ein Nervensystem im Alarm ist keine Charakterschwäche und nichts, was man sich vorwerfen müsste. Es hat getan, wofür es gebaut ist, nur länger als nötig.

Kein Trick, der in 60 Sekunden greift

Eine einzelne Übung verändert einen Moment. Was sich über Monate eingestellt hat, geht nicht in einer Minute wieder weg, und wer das verspricht, verkauft etwas.

Zum Prinzip

Fragen zur Regulation

Fragen zur Anatomie stehen auf der Seite zum Vagusnerv, Fragen zur Sitzung beim Vagusnerv-Coaching.

Was heißt es, das Nervensystem zu regulieren?

Gemeint ist die Beweglichkeit zwischen Anspannung und Ruhe. Ein reguliertes Nervensystem fährt hoch, wenn etwas passiert, und kommt danach von selbst wieder herunter. Regulieren heißt, diesen Wechsel zu üben, nicht einen bestimmten Zustand zu halten. Das Wort klingt technischer, als es ist: es geht um kurze Übungen, die regelmäßig stattfinden.

Ist das dasselbe wie Entspannung?

Nein. Entspannung ist ein Zustand, Regulation ist die Fähigkeit zu wechseln. Ein Wochenende auf dem Sofa entspannt und ändert an der Fähigkeit wenig. Deshalb arbeite ich mit kurzen Einheiten, die in einen normalen Tag passen, statt mit Auszeiten, die erst geplant werden müssen.

Wie lange dauert es, bis sich etwas ändert?

Das kann ich Ihnen nicht seriös sagen, und ich nenne deshalb auch keine Wochenzahl. Jedes Nervensystem reagiert anders, und belastbare Zahlen gibt es dazu nicht. Was ich sagen kann: Regelmäßigkeit ist wichtiger als Länge. Zwei Minuten täglich sind ein anderer Weg als eine halbe Stunde am Sonntag.

Kann ich das allein lernen?

Vieles ja. Die Übungen im Ratgeber stehen dort vollständig, kostenlos und ohne Anmeldung, und Sie brauchen dafür weder Gerät noch Termin. In einer Sitzung kommt dazu, was allein nicht geht: die Arbeit mit den Händen und eine Rückmeldung von außen, wenn Sie beim Üben etwas anders machen, als Sie denken.

Was bringen Apps, Ringe und Messungen?

Sie zeigen einen Zahlenwert, meist aus der Herzratenvariabilität. Der schwankt mit Alter, Schlaf, Medikamenten, Trainingszustand und der Messmethode, und er sagt nichts darüber, ob Sie richtig üben. Für manche Menschen ist so ein Wert eine Hilfe, für andere ein weiterer Grund, sich zu kontrollieren. Wenn Sie zur zweiten Gruppe gehören, lassen Sie es weg.

Zum Üben

Anleitungen, die Sie heute ausprobieren können

Die Artikel sind kostenlos und ohne Anmeldung. Wer erst einmal allein anfangen will, fängt hier an und schreibt mir später oder nie.

Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie lieber jemanden dabeihätten: schreiben Sie mir per WhatsApp an 0177 5467800 . Die ersten 15 Minuten kosten nichts.

Sie können heute allein anfangen und brauchen dafür keinen Termin.

Und wenn Sie merken, dass es allein nicht vorangeht, holen Sie sich eine Viertelstunde bei mir. Darin klären wir, ob das hier für Sie überhaupt der richtige Weg ist.

Lieber schreiben? Zum Kontaktformular

WhatsApp